Sonntag, 2. November 2014

ROTWEIN-BIRNEN-TORTE MIT THYMIAN. ODER: HERBSTLICHE KÖSTLICHKEIT MIT LEICHTEM SCHWIPS.


Endlich sind die ersten Bilder mit den wunderschön alten Holzbrettern auf dem Blog. Zu diesen gibt es eine klitzekleine Geschichte, die von Moral und Diebstahl und einer grossen Liebe für alte Bretter handelt:


Mit zwei lieben Freundinnen war ich vor ein paar Wochen in den Bergen. Und beim Spazieren zwischen all den idyllischen Berghütten – gebaut aus wunderbarem Holz, versteht sich – kam bei mir eine Idee auf. An fast jeder Hütte lehnten alte, teils bereits zerbrochene Holzlatten. Sie schienen mich fast anzuflehen, dass ich sie doch mitnähme und auf ihnen köstliche Herbsttorten präsentieren solle.


Wer kann denn so einem Ruf widerstehen? Also schnappte ich mir zwei Holzlatten, die definitiv vom Bauer nicht mehr gebraucht wurden. Und dann ging die Diskussion los: Die eine Freundin war hell begeistert und hielt bereits Ausschau nach weiteren Brettern für ihre kreativen Werke – die andere Freundin starrte uns entsetzt an und erklärte, dass sie einen solchen Diebstahl nicht unterstützen werde. Da standen wir nun, mitten auf der Alp, weit und breit kein Mensch, den wir um Erlaubnis hätten bitten können, mit einem moralischen Dilemma.


Ich weiss nicht, ob es gegen meine Kinderstube spricht, aber für mich war der Fall ziemlich schnell klar: Von diesen Brettern würde ich mich so schnell nicht mehr trennen. Wenn ich sie zurückgelassen hätte, wären sie nur weiter vermodert und hätten nie erlebt, wie gut es sich anfühlt eine Rotwein-Birnen-Torte zu präsentieren.


Die Schuld für ein so jämmerliches Schicksal konnte ich nicht auf meine Schultern laden und so lud ich stattdessen die Bretter darauf. Und diese Fotos bestätigen für mich, dass meine Entscheidung richtig war. Aber eigentlich wollen wir uns ja über die herrlich herbstliche Rotwein-Birnen-Torte unterhalten.


Das Rezept habe ich vom "Einfach Hausgemacht"-Magazin (in welches ich mich übrigens auch ein bisschen verliebt habe, fast so wie in die Holzlatten in den Bergen). Der Aufwand für die Torte lohnt sich auf alle Fälle..sie schmeckt super-lecker.


Und das Beste: Sie wird sogar noch besser, wenn man sie 1-2 Tage im Voraus zubereitet, so können die Birnen den Wein so richtig aufnehmen und der Geschmack zieht wunderbar ein.


Hier das Rezept:

Rotwein-Birnen-Torte mit Thymian
(für eine 28er-Springform)

150g Butter
200g Zucker
4 Eier
100g dunkle Schokolade
1 1/2 TL Backpulver
125g gemahlene Mandeln
125g Mehl
1/2 TL Zimt

5 Birnen
100g Zucker
750ml halbtrockener Rotwein
1 Vanilleschote
1 Sternanis
1 TL schwarzer Pfeffer
eine kleine Hand voll Thymian-Blätter
4 EL Gelierzucker

350g Mascarpone
100g Naturjogurt
4 EL Zucker
2 EL Zitronensaft
1/2 Hand voll Thymian-Blätter
200ml Rahm
wenig Kakaopulver

Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen. Die Schokolade in Stücke brechen und gemeinsam mit der Butter in der Pfanne oder der Mikrowelle schmelzen. In eine Schüssel geben und den Zucker und die Eier beimischen. Mehl, Backpulver, Mandeln und Zimt dazugeben und alles gut verrühren. Den Teig in die Springform geben und im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen ca. 30 Minuten backen. Danach abkühlen lassen.

Die Birnen schälen, vierteln, entkernen und würfeln. In einer beschichteten Pfanne den Zucker karamellisieren. Mit dem Rotwein ablöschen. Die Vanilleschote auskratzen und gemeinsam mit den Thymian-Blättern, dem Sternanis und dem Pfeffer in einem Teesieb oder -beutel zur Flüssigkeit geben. Alles 10 Minuten kochen, bis sich der Karamell wieder auflöst. Dann die Birnenwürfel dazugeben und etwa 5-10 Minuten ziehen lassen. Herausnehmen und abtropfen lassen. Den Rotwein 10-15 Minuten im offenen Topf auf etwa 350 ml reduzieren. Den Gelierzucker zum Wein in der Pfanne geben und nochmals aufkochen. Sobald es etwas fester wird, die Birnenwürfel wieder dazugeben. Den abgekühlten Tortenboden mit einem Tortenring (oder der Springform) umschliessen und die Rotweinbirnen darauf verteilen. 

Mascarpone mit Jogurt, Zucker und Zitronensaft glattrühren. Thymian-Blätter unterrühren. Den Rahm steif schlagen und unter die Masse heben. Erst vor dem Servieren zu Dekoration über die Torte Kakaopulver sieben.

TIPP:
Die Torte 1-2 Tage im Voraus machen und im Kühlschrank aufbewahren: Gut durchgezogen schmeckt sie am besten.


Und da ich mich mal wieder nicht für ein paar wenige Bilder entscheiden konnte, gibt's zum Abschluss noch ein paar mehr. =)




Nun wünsche ich euch einen guten Wochenstart und einen wunderbar gemütlichen November.

Eure Simone  

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