Sonntag, 11. Januar 2015

BUTTERZOPF. ODER: EIN HOCH AUF DAS KÖSTLICHSTE SCHWEIZER BROT.


Er ist sonntags wohl das meist gegessene Brot in der Schweiz: der Butterzopf. Einige nennen ihn wegen seiner sonntäglichen Tradition auch Sonntagszopf. Oder einfach: Zopf. Egal wie man ihn nennen will, eines steht fest, Zopf ist unglaublich lecker, sonst würde er bei Herr und Frau Schweizer nicht so oft auf dem Teller landen.



Wenn man als Schweizer für länger als eine Woche im Ausland verweilt, setzen hartnäckige Zopf-Entzugserscheinungen ein. Da können keine amerikanischen Pancakes oder französische Baguettes drüber hinwegtrösten. Nichts geht über ein Stück Zopf mit Honig oder Nutella. Ach, einfach herrlich.



Das Rezept für den Zopf ist super einfach. Ich könnte jetzt an dieser Stelle behaupten, ich hätte es erfunden. Aber wahrscheinlich könnte ich dann keine Nacht mehr ruhig schlafen. Ich müsste mit Drohbriefen von Betty und anderen Rezeptikonen der Schweiz rechnen. Ein zu hohes Risiko, sich mit fremden Federn zu schmücken.



Das erste Zopfrezept soll ins 15. Jahrhundert zurückgehen. Vermutlich kamen die ersten Zopfbäcker aus Bern. Obwohl ich also das Rezept nicht selbst erfunden habe, wollte ich meinem Zopf doch eine eigene Note geben.



Deshalb habe ich ihn auf eine etwas spezielle Art und Weise "geflochten". Traditionell legt man zwei Stränge übereinander zu einem Kreuz und flechtet dann los. Es gibt zahlreiche Videos dazu im Netz. Ich habe eine Flechtart gewählt, die man eigentlich eher bei den Haarfrisuren findet. Mit fünf Strängen. Mehr dazu findet ihr im Rezept.



Butterzopf
(für zwei grosse Brote)

1kg Zopf- oder Weissmehl
1 EL Salz
2 Päckchen Trockenhefe
2 TL Zucker
120g weiche Butter
6 dl Milch

1 Ei

Alle Zutaten gut mischen (am besten mit der Knetfunktion der Küchenmaschine). Den Teig in einer Schüssel mit einem Küchentuch drüber 1-2 Stunden an einem warmen Plätzchen aufgehen lassen. Dann den Teig in zwei gleich grosse Teile abtrennen. Aus dem einen Teil fünf gleich grosse Stränge mit ca. 3cm Durchmesser kneten. Die Stränge alle am einen Ende zusammendrücken, damit eine Ausgangslage wie beim Haarflechten entsteht. Den Strang ganz links nehmen und über den Strang daneben und unter den nächsten legen, so dass er dann in der Mitte ist. Dann den Strang ganz rechts nehmen und über den Strang daneben und unter den nächsten legen, so dass nun dieser in der Mitte ist. Immer so weiter fahren. Die beiden fertig geflochtenen Zöpfe mit dem Ei bestreichen. Im unteren Teil des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens ca. 30 Minuten backen.

TIPP:
Um zu sehen, ob der Zopf genügend gebacken ist, auf die Unterseite klopfen: Tönt es hohl, ist er bereit aus dem Ofen genommen zu werden. Den Zopf kann man gut portionsweise einfrieren. Am Abend vor dem Sonntagsfrühstück rausnehmen und am nächsten Morgen geniessen.


Nun wünsche ich Euch einen wunderschönen Sonntag - hoffentlich mit ganz viel Zopf!

Eure Simone 

Kommentare:

  1. ja was wäre ein Sonntag ohne Zopf oder Zopf ohne Sonntag....und
    ein
    wenig Butter und Honig dazu..hmm herrlich...Danke für die wunderschöne Bilder.
    herzlich Julia

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    1. Hihi, ja Julia, Sonntag ohne Zopf und Zopf ohne Sonntag wäre beides ziemlich tragisch..! =)
      Schön, dass es dir hier bei mir gefällt - das freut mich sehr!
      ♥-liche Grüsse
      Simone

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  2. Hallo Simone!
    Lässt du deinen Teig nicht aufgehen?

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    1. Hoi Michéle

      Uiuiui..natürlich lasse ich ihn aufgehen! Habe das Rezept gerade angepasst.
      Danke für den Hinweis!♥

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Ich freue mich sehr von dir zu hören.

© SIMS | LABIM Maira Gall.